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 Betreff des Beitrags: Re: Fiaker oder nicht Fiaker
BeitragVerfasst: Mi 17. Okt 2012, 12:20 
Helmut hat geschrieben:
Wir sind uns ja (so hoffe ich wenigstens) einig, dass es ja im Grunde bei Karl May nicht darum gehen kann, ob in Amerika (oder sonstwo) das Wort "Fiaker" für "Kutsche" gebräuchlich ist oder war. Sondern die (entscheidende) Frage ist doch, ob der im Erzgebirge aufgewachsene und später in die Umgebung des sächsischen Dresdens wohnende Schriftsteller May, der ja zeitlebens die Mundart in der er aufwuchs (und wohl auch sprach) auch schriftlich durchklingen ließ [...], ob er eher das seinerzeit im süddeutschen (und ich zähle jetzt der Einfach halber das östereichische und das böhmische dazu) eher übliche "Fiaker" oder das preussische "Pferdedroschke" verwenden würde.

Also für mich ist das nicht die entscheidende Frage ... Ich finde es einfach nur putzig, daß er in einer im "Wilden Westen" spielenden Geschichte völlig unpassenderweise das Wort Fiaker benutzt. Das ist einfach nur putzig und weiter nichts, durchaus vergleichbar dem "Pasta" ... Und nicht wegen süddeutscher Raum versus Preußen und Erzgebirge und sonstnochwas, sondern weil das urgemütliche, fest mit Wean (Königs Erläuterungen : = Wien) assoziierte "Fiaker" halt überhaupt nicht ins Umfeld (in "Ein Dichter") paßt ...

Zitat:
(Ich denke übrigens, dass ich mit diesen Ausführungen (und den zugrunde liegenden Untersucheungen) durchaus einen Grundstock für eine "Bachelor-Arbeit" in Germanistik gelegt habe, und aus dem ganzen mindestens einen Vortrag auf dem übernächsten Kongress der KMG, und mehreren Aufsätzen in diversen KMG-Publikationen (mehrere da ja immer wieder Wider-/Einsprüche kommen werden. Die ganze Diskussion ist es ja jetzt schon wert auch in "seriöseren" Karl-May-Foren (die es ja geben soll) geführt zu werden.)

Da sich die KMG und ihr Umfeld mittlerweile [u.a. dank der vielzitierten redaktionellen Besonnenheit] zunehmend mit Dingen beschäftigt, um die es wirklich nicht geht, sehe ich da auch durchaus reellle Chancen ...

:smilew:

Es gibt keine seriöseren Mayforen, es gibt andersgeartete ... Wer z.B. sich unter alten Piesepampeln und anderen tiefsinnsdröseligen Abseitigen aller Art halt wohler fühlt als unter lockerflockig gemütig parlierenden, geht halt vorzugsweise ins Cafe Knatter ... auch wenn er da oft im Halbdunkel mehr oder weniger allein vor sich hinbrummeln muß ...

:smilew:


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 Betreff des Beitrags: Fiaker oder nicht Fiaker
BeitragVerfasst: Mi 17. Okt 2012, 09:31 
das ist die Frage.
(Ich schreibe zu dem Thema hier weiter, wo es ja eigentlich hingehört.)

Wir sind uns ja (so hoffe ich wenigstens) einig, dass es ja im Grunde bei Karl May nicht darum gehen kann, ob in Amerika (oder sonstwo) das Wort "Fiaker" für "Kutsche" gebräuchlich ist oder war. Sondern die (entscheidende) Frage ist doch, ob der im Erzgebirge aufgewachsene und später in die Umgebung des sächsischen Dresdens wohnende Schriftsteller May, der ja zeitlebens die Mundart in der er aufwuchs (und wohl auch sprach) auch schriftlich durchklingen ließ (man denke nur, dass er zeitlebens "versiechende Wasser" statt "versiegende" schrieb, oder an sein (die nicht gesprochenen Unterschiede zwischen B und P überkompensierende) "Pasta"), ob er eher das seinerzeit im süddeutschen (und ich zähle jetzt der Einfach halber das östereichische und das böhmische dazu) eher übliche "Fiaker" oder das preussische "Pferdedroschke" verwenden würde.
Und ich tendiere eher dazu, dem "Fiaker" den Vorzug zu geben.
Eine Überprüfung auf der Werke CD (die ich nicht verschweigen will, obwohl sie meine These nicht vollständig belegt) ergibt übrigens, dass May beide Begriffe in seinen Werken verwendete. So kommt "Fiaker" u.a. auch in "Scepter und Hammer", sowie auch in allen Kolportageromanen (vom "Waldröschen" bis zum "Weg zum Glück") und nicht nur in süddeutschen Gegenden, sondern z.B. sogar in "Und Friede auf Erden!" im heutigen Malaysia. Allerdings verwendet er auch (und sogar öfter) den Begriff "Droschke". Er scheint die beiden Begriffe also durchaus synonym zu gebrauchen.

(Zugeben will ich allerdings auch, dass der Begriff "Fiaker" meist für den heutigen Leser in den Zusammenhängen, in denen May ihn verwendet, ungebräuchlich scheint.)

(Ich denke übrigens, dass ich mit diesen Ausführungen (und den zugrunde liegenden Untersucheungen) durchaus einen Grundstock für eine "Bachelor-Arbeit" in Germanistik gelegt habe, und aus dem ganzen mindestens einen Vortrag auf dem übernächsten Kongress der KMG, und mehreren Aufsätzen in diversen KMG-Publikationen (mehrere da ja immer wieder Wider-/Einsprüche kommen werden. Die ganze Diskussion ist es ja jetzt schon wert auch in "seriöseren" Karl-May-Foren (die es ja geben soll) geführt zu werden.)
:grini: :rofl:
:huepf:

Helmut


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