| |
| |
|

Carl Friedrich May
* 25. Februar 1842 Ernstthal
† 30. März 1912 Radebeul

|
|
In dieser Seite ist eine kleine Überraschung versteckt. Finden Sie sie?
Tipp: Es hat unmittelbar mit dem unten stehenden Text zu tun!
"Wien, Wien, nur Du allein…"
Liebe Leserin, lieber Leser,
wieder hat mich Wien eingefangen, schon bei der Anreise.
Wir fuhren auf der Autobahn Richtung Wien an der Schallaburg vorbei. Schnell machte ich ein Foto und sendete es Sissy mit der Bemerkung "Wir sind bei der Schallaburg und warten auf euch!". Die Antwort kam prompt - ein lachendes Smilie. Was es mit der Schallaburg auf sich hat? - dazu später mehr.
Also: Wir waren gerade an der Schallaburg, die in der landschaftlich wunderschönen Wachau liegt, vorbei, als ich darüber nachdachte, wie ich mich noch mehr auf Wien einstimmen könnte. Eigentlich ist das unmöglich, bin ich doch sowieso schon voller Vorfreude. Aber ein bissel was geht ja bekanntlich immer.
Ich suchte im Internet und schnell erscholl die Stimme von Jonas Kaufmann in Vienna - es erklang "Wien, Wien, nur Du allein...". So fuhren wir also bis an den Stadtrand von Wien. Dort allerdings erteilte der Fahrer Jonas Kaufmann ein Singverbot, denn sich als nicht-Wiener im Wiener Straßendschungel zurechtzufinden ist für den ortsfremden Autofahrer schon eine Herausforderung.
Trotzdem: Dieses zauberhafte Lied werde ich noch einmal hören können - doch auch dazu später mehr.
Wie immer in meinem Bericht über den May-nungsaustausch - Das Wiener Karl May-Wochenende berichte ich nicht über die interessanten Vorträge, denn jene finden in den Ausgaben der May-nungen den würdigen Platz.
Ich erzähle lieber und mit großer Freude über die vielen kleinen und großen Höhepunkte während der Tagung, dazwischen und drum herum.
Liebe Leser, ich möchte euch mitnehmen und euch teilhaben lassen an der Feier des 10-jährigen Bestehens des Karl May Club Österreich. Und - wenn ich das so schreiben darf - wir, Klaus und ich, waren von 2015 an bei den Tagungen bzw. Karl May-Wochenenden regelmäßig dabei.
So strahlten uns kurz nach dem Ankommen im Tagungshotel zwei liebgewonnene Menschen an und begrüßten uns herzlich: Sissy und Edith. Ich hatte ganz plötzlich wieder dieses Gefühl von "daheim sein"... also wurde schnell eingecheckt und dann ging es ab in den Vortragssaal.
Zum 10-jährigen Bestehen des Karl May Club Österreich gab es bereits am Freitagnachmittag einen besonderen Glanzpunkt: Die Ehrung von Konrad Paul Liessmann.
Zitat: "Meine Begeisterung für Literatur wurde durch die Lektüre Karl Mays geweckt..."
Warum zitiere ich diesen Satz? Wenn manch einer verschämt erzählt, er/sie habe als Kind/Jugendlicher Karl May gelesen, so war bei Professor Liessmann das Gegenteil der Fall. Er wurde und wird nicht müde Karl May zu erwähnen. Deshalb - aber nicht nur - war die Ehrung von Konrad Paul Liessmann (Professor für Philosophie im Ruhestand, Essayist und Kulturpublizist) eine sehr gute Entscheidung.
Danach wurden all die anderen lieben und lange nicht gesehenen Karl May-Freunde begrüßt - freundschaftlich herzlich, als hätte es die zwei Jahre dazwischen nicht gegeben, so auch das "Kleeblatt", das sich 2023 in Wien gefunden hatte und mit Fröhlichkeit und freundschaftlichem Miteinander dort anknüpfte, wo es sich 2023 getrennt hatte.
In erwartungsvoller Stimmung trafen wir uns anschließend nach einer Pause beim Sektempfang vor dem gemeinsamen Abendessen wieder und freuten uns auf den geselligen Abend.
Die Abendunterhaltung fand unter dem Motto "Altwiener Abend" oder "Das Goldene Wiener Herz - ein Alt-Wiener-Panoptikum" statt. Walter Gellert erfreute uns wieder mit gelesenen Texten bekannter Autoren.
Der erste gelungene Abend in Wien, bei dem viel gelacht, über Karl May, Gott und die Welt geredet wurde, klang dann langsam aus.
Der Samstag gehörte ganz den Vorträgen und den Referenten. Während der Mittagspause verzichtete ich auf das Mittagessen, um noch etwas Zeit zu haben, das Rätsel zu lösen, das sich bei den Tagungsunterlagen befand.
Diesmal war es ziemlich kniffelig, wie sich herausstellte.
Bei abgegebener richtiger Lösung - Lindsay - erhielten diesmal alle Teilnehmer einen Preis, und an dieser Stelle ein sehr herzliches Dankeschön an Sr. Mirjam, die mit unendlich viel Geduld und Liebe wunderschöne Schals im Karomuster gestrickt hat! Das wäre ganz im Sinne Sir David Lindsays gewesen. Absolut grandiose Idee! Chapeau!
Zwischen den Vorträgen war Zeit für gemeinsame Gespräche sowie in gemeinsamen Erinnerungen zu schwelgen.
Zum Schluss - zwischen Nachmittagsjause, dem letzten Vortrag und dem Abendessen - stand im Programmblättchen "Ui jessas, nur net schlagn". Im ersten Moment dachte ich: Könnte das ein Gegner Old Shatterhands geäußert haben, der befürchten musste, gleich von der berühmten Schmetterhand alles andere als sanft berührt zu werden?
Vor dem gemeinsamen Abendessen wurden wir tatsächlich mit einem außergewöhnlichen Programm unterhalten: "In memoriam Gerhard Bronner".
Die Künstler René Rumpold, Johannes Terne und Barbara Rektenwald unterhielten, amüsierten und entzückten uns mit Liedern, Texten und Witzen von Gerhard Bronner. Es war eine hervorragende Mischung aus Fröhlichkeit, Nachdenklichkeit, Humor, Wiener Charme und Gänsehaut.
Und nun hörte ich es wieder - mein Lied: "Wien, Wien, nur du allein...". Dann war es gar nicht mehr so schlimm für mich, dass ich von dem Liedtext "Ui, jessas, nur net schlagn" im Ur-Wiener-Dialekt tatsächlich so gut wie nichts verstand. Es wird noch viele Karl May-Wochenenden in Wien geben müssen, damit ich auch jenes Lied verstehe...
Tatsächlich habe ich im Anschluss des Wiener Karl May-Wochenendes über Gerhard Bronner (österreichischer Komponist, Autor, Musiker und Kabarettist) nachgelesen.
Seine Geschichte hat mich sehr berührt.
Der Sonntag begann mit einem schnellen Frühstück. Wir wollten alle pünktlich sein, denn mit dem Bus ging es zur Schallaburg, die - wie bereits eingangs geschrieben - in der landschaftlich reizvollen Wachau den Jahrhunderten trotzt und imposant mitten in der idyllischen Landschaft liegt.
Interessant war, dass die im 11. Jahrhundert errichtete Burg ab 1540 zu einem Renaissanceschloss um- und ausgebaut wurde, die Bezeichnung "Burg" aber behielt.
Nach der Besichtigung der Ausstellung "Träume… träumen" fuhren wir mit dem Bus nach Maria Taferl und stärkten uns mit einem köstlichen Menü im Restaurant "Zum Goldenen Löwen". Mit diesem Menü (tatsächlich zusammengestellt aus dem Karl May-Kochbuch) wurden wir kulinarisch allerbestens verwöhnt.
Im Anschluss haben wir die "Mechanische Krippe" besichtigt. Diese ist ein einzigartiges, denkmalgeschütztes handwerkliches Kunstwerk. Sie besteht aus über 300 verschiedenen liebevoll gefertigten Figuren und jede einzelne erzählt ihre eigene kleine Geschichte.
Danach blieb leider nicht mehr viel Zeit für die Besichtigung der Basilika in Maria Taferl und die Aussicht des eigentlich wunderschönen Alpenpanoramas konnten wir nur erahnen, weil es wie aus Eimern regnete bzw. vielmehr schüttete. Der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet.
Dann war es Zeit für die Rückfahrt nach Wien. Wir verließen die Wachau im "Tal der Donau" mit den angrenzenden Hügeln des Dunkelsteinerwaldes und des Waldviertels.
Zurück in Wien verabschiedeten wir uns von den meisten Tagungsteilnehmern. Doch das "Kleeblatt" ließ den Sonntag mit einem gemeinsamen gemütlichen Abendessen in launiger Atmosphäre ausklingen.
Ein letztes gemeinsames Frühstück des Montags im Hotel, und dann teilte sich das Kleeblatt in alle Himmelsrichtungen auf mit dem aufrichtigen Wunsch sich wiederzutreffen…
Herzlichen Dank an "mein" Kleeblatt (Karl-Heinz, Klaus, Lorenz und Werner) für die wunderbare Zeit die ich mit euch verbringen durfte.
Wie immer am Ende meines persönlichen Berichtes und meiner Erinnerungen auch ein großes herzliches Dankeschön an Sissy und an alle ihre fleißigen Helferlein für dieses wieder sehr gelungene Wiener Karl May-Wochenende zum 10-jährigen Bestehen des Karl May Club Österreich.
Ein besonderer Dank geht an Alexander. Er wurde nicht müde zu fotografieren und alle Vortragenden und auch uns Gäste mit der Kamera sozusagen einzufangen - zu meiner Freude immer mit einem schelmischen Lächeln im Gesicht.
Zum Schluss ein allerletzter Dank an Edith und Sissy - meine zwei charmanten Wienerinnen. Ohne euch würde ich sicher nicht so oft nach Wien fahren.
Bis zum Wiedersehen - ein herzliches Ade!
Gabi Steinel
Der Webmaster dankt:
- Gabi Steinel für die Erlaubnis, den Bericht veröffentlichen zu dürfen.
|